
1938 fertigte Architekt Stefan Reichmann von Tiengen Baupläne für die neue Filialkirche. Die Kirche sollte auf einem Grundstück am südlichen Ortseingang gebaut werden. Doch die Zeit des Dritten Reiches war für einen Kirchenneubau nicht günstig. Von Seiten der staatlichen Behörden wurden Bedenken gegen das Bauvorhaben vorgebracht, u. a. „aus Gründen der Rohstofflage der Gesamtwirtschaft.“ Der Baubeginn verzögerte sich und der 2. Weltkrieg brachte das Vorhaben dann vollends zum Erliegen. Durch die Geldentwertung von 1948 verlor der Kapellenneubaufonds erneut den größten Teil des angesparten Vermögens.
1951 beschloss der Stiftungsrat, unterstützt von der politischen Gemeinde Detzeln und Stadtpfarrer Fürstos, erneut den Bau einer Kirche. Als Standort für die Kirche wurde jetzt ein Grundstück beim Friedhof ausgesucht. Die Pläne für die Filialkirche Detzeln erstellte Baurat Schätzle vom Erzbischöflichen Bauamt in Konstanz, örtlicher Bauleiter für den Rohbau war Architekt Hans Rossa aus Tiengen. Am 19. Mai 1954 wurde der erste Spatenstich getan und danach das Fundament in siebentägiger Gemeinschaftsarbeit von den Bürgern von Detzeln erstellt.
Neben den als Holzrelieftafeln ausgebildeten Kreuzwegstationen fallen dem Besucher der Kirche das große Kreuz im Altarbereich und das Mosaikbild an der Altarwand auf. Das letztere zeigt Maria im Lichterglanz und ist ein Werk des Tiengener Malers und Künstlers Paul Przybylski.
1980 wurde die Kirche renoviert und der umgebaute Altar im gleichen Jahr am 30. November durch Weihbischof Kirchgässner geweiht.
Manfred Emmerich

