Maria Königin Kirche

 

Maria Königin Kirche Detzeln

Nach dem 1. Weltkrieg, im Jahre 1919, wurde in Detzeln ein Kapellenbauverein gegründet und eifrig für eine neue Kirche gesammelt. Das Geld ging aber in der Inflation von 1923 zugrunde. In dem Visitationsbericht von 1934 schrieb Domkapitular Dr. Weiss: „Die Oswald-Kapelle in Detzeln ist nicht würdig, sie sollte erweitert und restauriert oder durch eine neue ersetzt werden.“

 

1938 fertigte Architekt Stefan Reichmann von Tiengen Baupläne für die neue Filialkirche. Die Kirche sollte auf einem Grundstück am südlichen Ortseingang gebaut werden. Doch die Zeit des Dritten Reiches war für einen Kirchenneubau nicht günstig. Von Seiten der staatlichen Behörden wurden Bedenken gegen das Bauvorhaben vorgebracht, u. a. „aus Gründen der Rohstofflage der Gesamtwirtschaft.“ Der Baubeginn verzögerte sich und der 2. Weltkrieg brachte das Vorhaben dann vollends zum Erliegen. Durch die Geldentwertung von 1948 verlor der Kapellenneubaufonds erneut den größten Teil des angesparten Vermögens.

1951 beschloss der Stiftungsrat, unterstützt von der politischen Gemeinde Detzeln und Stadtpfarrer Fürstos, erneut den Bau einer Kirche. Als Standort für die Kirche wurde jetzt ein Grundstück beim Friedhof ausgesucht. Die Pläne für die Filialkirche Detzeln erstellte Baurat Schätzle vom Erzbischöflichen Bauamt in Konstanz, örtlicher Bauleiter für den Rohbau war Architekt Hans Rossa aus Tiengen. Am 19. Mai 1954 wurde der erste Spatenstich getan und danach das Fundament in siebentägiger Gemeinschaftsarbeit von den Bürgern von Detzeln erstellt.
Die Grundsteinlegung erfolgte am Sonntag, den 18. Juli 1954 durch Dekan Karl Armbruster. Jeden 1. Sonntag im Monat wurde von Haus zu Haus gegangen und für die Kirche gesammelt. Handwerker führten verschiedene Arbeiten kostenlos aus. Unentgeltlich arbeitende Handlanger unterstützten die Handwerker. Das Engagement der Detzelner machte es möglich, dass am 2. November 1958 Dekan Armbruster die Kirche zu Ehren von „Maria Königin“ einweihen konnte. 1960 erhielt die Kirche drei Glocken („Maria Königin“, „hl. Josef“ und „hl. Oswald“).

 

Neben den als Holzrelieftafeln ausgebildeten Kreuzwegstationen fallen dem Besucher der Kirche das große Kreuz im Altarbereich und das Mosaikbild an der Altarwand auf. Das letztere zeigt Maria im Lichterglanz und ist ein Werk des Tiengener Malers und Künstlers Paul Przybylski.

1980 wurde die Kirche renoviert und der umgebaute Altar im gleichen Jahr am 30. November durch Weihbischof Kirchgässner geweiht.

 

Manfred Emmerich

 
  

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